Pressemitteilung
24. September 2026
„Schützt unser Wasser!“: Breites Bündnis protestiert vor der Agrarministerkonferenz
Landwirtschaft und Zivilgesellschaft demonstrieren gemeinsam für mehr Umwelt-, Tier- und Klimaschutz. Ihre Botschaft: „Wir haben Überdüngung und Pestizide satt!“
Würzburg, 24. September 2026. Das Wasser wird knapp. Hitze und Dürre sind für viele Landwirt*innen eine existenzielle Bedrohung. Während die Bundesregierung beim Klimaschutz die Hände in den Schoß legt und dem Höfesterben tatenlos zusieht, gibt es wachsende Probleme für unser Wasser und unsere Lebensmittelproduktion: Überdüngung und Pestizide belasten Gewässer und Ökosysteme, und das hat gravierende Folgen für Gesundheit, Klima und Biodiversität. Die geplante Deregulierung des Düngerechts und der Pestizidzulassung droht diese Situation zusätzlich zu verschärfen. Bereits jetzt trägt die Allgemeinheit die erhöhten Kosten für die Aufbereitung unseres Trinkwassers. Beim Treffen der Agrarminister*innen von Bund und Ländern in Würzburg fordert das „Wir haben es satt!“-Bündnis daher: „Schützt unser Wasser! Wir haben Überdüngung und Pestizide satt!“
„Wasser ist die Grundlage allen Lebens“, betont Ivonne Stresius, die als Lebensmittelchemikerin und Umweltingenieurin arbeitet und beim NABU aktiv ist. „Durch Überdüngung kommen Stoffe in unsere Gewässer, die zu Sauerstoffmangel und letztlich Artensterben führen. Zugleich ist die Stickstoffverbindung Nitrat ab einer bestimmten Menge gesundheitsschädigend für uns Menschen. Und auch Pestizide schädigen Pflanzen und Tiere in Gewässern. Die Agrarministerinnen und -minister müssen sich für mehr Gewässerschutz einsetzen!“ Ähnlich sieht es Thorsten Block, Bio-Landwirt und Vorstandsvorsitzender von Biokreis: „Ohne Wasser können wir keine Lebensmittel erzeugen. Wichtig ist, dass wir gesunde Böden haben, die das Regenwasser aufnehmen, speichern und filtern können. An die Agrarministerinnen und -minister: Schützt unser Wasser! Schafft Rahmenbedingungen für eine Landwirtschaft, die unsere Böden gesund hält. Und stärkt die Betriebe, die Wasser und Böden schützen!“
Das Bündnis kritisiert den als „Bürokratieabbau“ beschönigten Abbau von Schutzstandards, den unter anderem Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorantreibt. Konkret fordert „Wir haben es satt!“ beim Thema Überdüngung:
- Überdüngung stoppen und Nitratbelastung reduzieren
- Verursacherprinzip auf Basis einer betrieblichen Nährstoffbilanz umsetzen und Verschmutzung sanktionieren
- Weniger Tiere besser halten
Beim Thema Pestizide fordert das Bündnis:
- Pestizideinsatz deutlich senken
- Unbefristete Zulassungen stoppen
- Umweltleistungen von Landwirt*innen stärker honorieren und Ökolandbau ausbauen
„Wer unser Wasser schützen will, darf die gesetzlichen Regeln zur Abwehr gesundheitsschädlicher Belastungen nicht weiter aufweichen, sondern muss sie stärken“, fordert Inka Lange, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses. „Viele Landwirt*innen wollen Wasser und Umwelt schützen, dafür müssen sie endlich ausreichend honoriert werden. Bund und Länder sind in der Verantwortung, sich vom System pauschaler Flächenprämien zu verabschieden und den Weg für eine bäuerliche, ökologischere Landwirtschaft freizumachen. Gesund essen braucht Umwelt-, Tier- und Klimaschutz!“
Das „Wir haben es satt!“-Bündnis besteht aus rund 60 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Klima-, Tier- und Umweltschutz, Wohlfahrt, Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit. Es demonstriert seit 2011 für eine sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende.
Weitere Informationen
Wie wir unser Wasser vor Verschmutzung schützen können:
Wasser-Atlas der Heinrich-Böll-Stiftung
Wie ein zukunftsfähiges Düngerecht aussehen muss:
Was die Bundesregierung tun muss, um den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren:
Wissenschaftliche Stellungnahme
Wie Ökolandbau das Grundwasser schützt:
Fotos
Am 24. September stellen wir ab 13 Uhr Fotos von der Aktion zur kostenfreien Verwendung zur Verfügung: Flickr-Album
Für Rückfragen
Jan Greve
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: 0157 55 86 05 77
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