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Programm

Samstag 20.1.2018

ab 8.30 Uhr

Traktoren-Demo zur Agrarministerkonferenz

WEITERE INFOS

 

11 Uhr

"Der Agrarindustrie die Stirn bieten!"

Wir haben es satt!-Demonstration

Treffpunkt zur Auftaktkundgebung: Hauptbahnhof Berlin (Washingtonplatz).

Bitte Kochtopf mitbringen und pünktlich sein! Nach spannenden Reden starten wir um 11.30 Uhr zur Internationalen Agrarministerkonfererenz.

Bühnenprogramm am HBF

Grußwort: Dr. Dirk Behrendt (Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung)

Umbau der Tierhaltung: Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund) und Stephanie Strotdrees (Bioland-Bäuerin)

Umweltschonende Alternativen in der Landwirtschaft: Hubert Weiger (BUND)

Das System Milch: Kirsten Wosnitza (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter)

Jetzt geht's los - schlag Alarm!: Christoph Bautz (Campact)

Moderation: Tanja Busse (Journalistin) und Joyce Möwius (BÖLW)

 

ab ca.12.30 Uhr

Kochtopf-Konzert Am WirTSCHAFTSMINisterium

Während drinnen AgrarministerInnen aus der ganzen Welt im tagen, schlagen wir Alarm für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik! (Kochtopf und Ohrstöpsel nicht vergessen.)

WEITERE INFOS

 

ab ca. 13.30 Uhr

Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor

Zum Abschluss der Demo gibt es Redebeiträge aus der Bewegung, warmes Essen und Musik.

Bühnenprogramm am Brandenburger Tor

Stimmen aus dem Jugendblock: Elisabeth Fresen (Junge AbL), Sebastian Junge (Slowfood Youth), Franz Riedel (BUNDJugend), Max Reschke (Junges Bioland)

Politische Suppenausgabe: Ole Plogstedt (TV-Koch aus Hamburg)

Forderungen an die GAP-Reform: Olaf Tschimpke (NABU), Aurélie Catallo (Pour une autre PAC) und Marta Messa (Slowfood Brüssel)

Gespräch zur Zukunft der Landwirtschaft: Gespräch mit Bauer Willi (Agrar-Blogger) und Jochen Fritz (Wir haben es satt!)

Gemeinden und Länder ohne Glyphosat: Ulrich Veith (Bürgermeister pestizidfreie Gemeinde Mals) und Joël Labbé (Senator de Morbihan, Frankreich)

Nitrat im Trinkwasser: Martin Weyand (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)

Bauernhöfe statt Agrarfabriken: Uschi Helmers (BI Wietze)

Runde der TraktorfahrerInnen: Martin Schulz und viele mehr

Gerechter Welthandel statt Landgrabbing: Fátima Aparecida Garcia de Moura  (Federação de Órgãos para Assistência Social e Educacional, FASE) und Prof. Antoni Andreoli (Brasilien)

Lesung: Matthias Stührwoldt (Landwirt und Autor)

Landwirtschaft ohne Gentechnik und Patente: Annemarie Volling (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)

Gutes Lebensmittelhandwerk: Gottfried Härle (Brauerei Clemens Härle)

Rock for Nature: Rudolf Bühler (Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall)

Musik: Footprint Project

Moderation: Tanja Busse (Journalistin) und Joyce Möwius (BÖLW)

 

15 bis 19 Uhr

Supp'n Talk

Aufwärmen - Vernetzen - Diskutieren mit Essen und heißen Getränken

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte (Nähe Hauptbahnhof)

MEHR INFORMATIONEN

Am Vorabend

Freitag 19.1.18
18-24 Uhr

Schnippeldisko - Topf, Tanz, Talk!

Die größte Schnippeldisko der Welt öffnet zum siebten Mal in Berlin ihre Türen! Mit scharfen Messern, heißen Beats, mitreißenden Themen und brodelnden Kesseln wollen wir die Wir haben es satt!-Demonstration am nächsten Tag bekochen und uns mit Tanz und Talk darauf einstimmen. Deshalb - kommt alle zur Schnippeldisko am 19. Januar 2018!

Gemeinsam wollen wir Erntereste von Bauernhöfen aus der Region, die ohne uns in der Tonne und nicht auf unseren Tellern landen würden, zum Protestmenü für die Teilnehmenden der Demo verarbeiten. 1500 kg knubbeliges und ungewolltes Gemüse - zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn - soll gewaschen, geschält und geschnippelt werden! Gemeinsam mit der Fläming Kitchen von Wam Kat werden wir eine leckere, vegane Suppe kochen. Mit Laib und Seele dabei sind die Bäcker_innen von der Initiative Die Freien Bäcker - Zeit für Verantwortung e.V.. Helft mit, den Teig zu kneten und zu formen und freut euch auf duftendes Brot aus dem mobilen Backofen.

Um nicht nur dem Gemüse und Brot, sondern uns allen einzuheizen, legen an diesem Abend die Djs Adam Aalias und The Worms Original 7" inches feinste Beats auf.

Wer seinen Händen und Füßen mal eine Pause gönnen und dem Kopf etwas Futter geben will, kann das bei unserem vielfältigen Programm tun:

In einer Ausstellung zum weltweiten bäuerlichen Widerstand erfährt ihr mehr darüber, wie Kleinbauern und Kleinbäuerinnen auf dem gesamten Planeten für ihre Rechte kämpfen. Landwirt_innen und Aktivist_innen aus ganz Europa stellen die brandaktuellsten Themen rund um die derzeitige Agrar- und Ernährungspolitik vor und präsentieren ihre Forderung nach einer internationalen Menschenrechtserklärung. Zudem könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen, um euch für die Demo mit Bannern, Plakaten und selbstgemachten Buttons auszurüsten.

Packt alles ein, womit ihr dem knubbeligen Gemüse auf die Pelle rücken könnt (Küchenmesser, Sparschäler, Wurzelbürsten, Schneidebretter) und tanzt und schnippelt bei der ungewöhnlichsten Disko Berlins! Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Ort: ZK/U - Zentrum für Kunst und Urbanistik (Siemensstraße 27, 10551 Berlin-Moabit)

Anfahrt: U9 Birkenstraße | S Beusselstraße | Bus: TXL Beusselstraße

Veranstaltet von:
Slow Food Youth Deutschland
Kampagne Meine Landwirtschaft

Fläming Kitchen
Aktion Agrar
FIAN Deutschland
Christliche Initiative Romero (CIR)
Die Freien Bäcker - Zeit für Verantwortung e.V.

Rahmenprogramm

montag 15.1.18
19-22 Uhr
FilmvorFührung

Sondervorführung: Roundup - der Prozess

++ Sondervorführung in Anwesenheit der Regisseurin Marie Monique Robin ++

Roundup ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Allein 2014 wurden 825.000 Tonnen des starken Unkrautvernichters Glyphosat auf Feldern und in Gärten ausgebracht. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Die Internationale Agentur für Krebsforschung kam im März 2015 zu einem ganz anderen Schluss als die großen amerikanischen und europäischen Gesundheitsbehörden, die Monsantos Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat als ungefährlich bezeichneten.

Anknüpfend an ihren Dokumentarfilm „Monsanto, mit Gift und Genen“ (2008) zeigt die Autorin Marie-Monique Robin in ihrem neuen Film, dass Roundup® noch gefährlicher ist als bisher befürchtet: Der „Allestöter“ – so der Beiname des Produkts im Spanischen – macht krank und vergiftet Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen, denn er ist überall anzutreffen: im Wasser, in der Luft, im Regen, in der Erde und in Lebensmitteln. Glyphosat ist nicht nur krebserregend, sondern auch eine hormonaktive Substanz, ein starkes Antibiotikum und ein Chelatbildner, der Spurenelemente bindet.

Der Film enthüllt die katastrophalen Folgen dieser Eigenschaften und zeigt aufwühlende Bilder von Opfern in den USA, Argentinien, Frankreich und Sri Lanka; auch zahlreiche Wissenschaftler kommen zu Wort. Roter Faden des Dokumentarfilms ist der symbolische Prozess in Den Haag: Beim internationalen Monsanto-Tribunal klagte eine Bürgerinitiative den Saatgut-Multi in dessen Abwesenheit auf Ökozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Ergebnis des Prozesses ist ein hieb- und stichfestes Rechtsgutachten, das möglicherweise dazu führen wird, dass „Ökozid“ als Tatbestand im internationalen Recht Anerkennung findet.

Im Anschluss an die Film-Vorführung wird die Regisseurin für Fragen zur Verfügung stehen.

Ort: Eiszeit Kino, Zeughofstraße 20, 10997 Berlin 

Hier geht's zur Veranstaltung. 

montag 15.1.18
19-21 Uhr
Diskussion

Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung

Kein anderer Sektor trägt so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Rodung von Wäldern und der Zerstörung unseres Klimas, der Gefährdung unserer Gesundheitssysteme und zum Leid der Tiere bei wie die industrielle Fleischproduktion. Von dem bisherigen Modell der Fleischproduktion, das immense Kosten und Schäden verursacht, profitieren nur einige wenige Konzerne. Kleine und mittlere bäuerliche Betriebe haben oft das Nachsehen. Nicht nur hier vor unserer Haustür, sondern auch global.

Immer mehr Menschen lehnen das ab. Jahr für Jahr gehen im Rahmen der Demonstration „Wir haben es satt“ Tausende Menschen in Berlin auf die Straße, um für eine gerechte und nachhaltige Agrarpolitik zu demonstrieren. Umfragen aus Deutschland zeigen, dass mehr als 80 Prozent der Bevölkerung eine Veränderung in der Tierhaltung möchten. Auch die Wissenschaft hat umfassende Umbaupläne erarbeitet.

Doch die Politik zögert noch immer. Abgesehen von Ankündigungen, runden Tischen und Konzepten ist auf Bundesebene kaum eine politische Veränderung eingetreten. Wandel ist nie einfach, aber dennoch – die Dinge müssen nicht so bleiben, wie sie sind. Vor allem nicht, wenn sie so offensichtlich falsch laufen wie im Fleischsektor und es so viel öffentliche Unterstützung für eine grundlegende Veränderung gibt.

Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln: Mit dem neuen Fleischatlas möchten wir zeigen, dass es viele Instrumente gibt, die zu einem vernünftigen und grundlegenden Umbau der Tierhaltung führen können. Das geht beispielsweise über veränderte Steuern, über bessere Kennzeichnungen oder über neue Gesetze.

Was muss passieren, damit diese Instrumente nicht mehr nur diskutiert, sondern politisch auch umgesetzt werden? Wo stehen die Landwirte und Landwirtinnen und wie reagieren sie auf die veränderten Forderungen der Verbraucher und Verbraucherinnen? Existieren entlang einzelner Herausforderungen internationale Prozesse, die einen Wandel in Deutschland beschleunigen können? Wer sind neben den politischen Entscheiderinnen und Entscheidern die zentralen Akteure und Akteurinnen, die zu einem Wandel beitragen können?

  • Silvia Bender, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
  • Barbara Unmüßig, Heinrich-Böll-Stiftung
  • Carl-Albrecht Bartmer, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG e.V. (angefragt)
  • Martin Schulz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (angefragt)

Moderation: Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

Dienstag 16.1.18
19 - 21 Uhr
Diskussion

Antibiotikaresistenzen – eine gesellschaftliche Herausforderung

Seit ihrer Entdeckung vor rund 100 Jahren sind Antibiotika die wichtigste medizinische Waffe gegen Infektionskrankheiten. Doch ihre Wirksamkeit ist zunehmend eingeschränkt: Fachleute schätzen, dass im Jahr 2050 über zehn Millionen Menschen jährlich sterben, weil Antibiotika bei ihnen nicht mehr wirken. Neben einem zu laxen Umgang in der Humanmedizin, gehört der massive Einsatz von Antibiotika in der intensiven Tierhaltung zu den wichtigsten Gründen. So steigt die Gefahr, dass Keime Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln, die damit ihre Wirksamkeit verlieren.

Dabei sinkt laut Selbstauskunft von Pharmaunternehmen die Antibiotikaabgabe an Tierärzte in Deutschland seit Jahren. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen aber, dass die Resistenzen der Keime auf Fleisch bedenklich zunehmen. Und das gerade bei den Krankheitserregern, die hierzulande am häufigsten lebensmittelbedingte Krankheiten, wie Darminfektionen auslösen. Einige Krankheitserreger sind sogar gegen sogenannte Reserveantibiotika resistent. Das sind Antibiotika, gegen die es in der Humanmedizin weniger Resistenzen gibt und die eigentlich als sichere Reserve wirken sollen, wenn herkömmliche Antibiotika versagen.

Werden also die Keime im Darm von Masthühnern und Puten immer gefährlicher, obwohl der Einsatz von Antibiotika sinkt? Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher und Beschäftigte in der Ernährungsindustrie wirksam geschützt werden vor der Ausbreitung der antibiotikaresistenten Organismen über Lebensmittel? Welche Veränderungen in Tierhaltungen, Schlachthöfen und Discountern können zur Risikosenkung beitragen? Und wie sind die politischen Prozesse zu bewerten, die in den letzten Jahren gestartet wurden?

Über diese und weitere Fragen möchten wir mit Ihnen und mit unseren Gästen auf dem Podium diskutieren.

  • Reinhild Benning, Germanwatch
  • Rupert Ebner, Tierarzt und Slowfood-Vorstandsmitglied
  • Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Zastrow, Leiter des Hygiene-Instituts der REGIOMED-Klinken Thüringen

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

MITTWOCH 17.1.18
WORKSHOP

Iss Was?! Tiere Fleisch & Ich

Ein Programm für Kinder und Jugendliche zum Thema Landwirtschaft und Tiere

An diesem Vormittag laden wir Berliner Schulklassen zu einem bunten Vormittag ein, um Spannendes rund um das Thema Tiere, Fleisch und Landwirtschaft zu diskutieren. Mit dabei ist die Hühneroper vom ATZE Musiktheater, Fräulein Brehm erzählt staunenswertes über das Hausrind und der Radiosender rrb Inforadio zeichnet eine Diskussionsrunde zum Thema tiergerechte Landwirtschaft auf, bei der alle mitmachen können. Welche Tiere essen wir am liebsten? Was hat der deutsche Schweinebraten mit dem Aussterben seltener Papageien zu tun? Was kann jeder Einzelne für eine "bessere" Landwirtschaft tun?

  • ATZE Musiktheater mit der Hühneroper,
  • Fräulein Brehm mit dem Science Theaterstück „Bos primigenius taurus – Das Hausrind“

und einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Landwirtschaft und Tiere mit

  • Jochen Fritz, Leiter der Kampagne „Meine Landwirtschaft“
  • Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
  • NN Landwirtschaftsministerium Brandenburg
  • und vielen verschiedenen Schülerinnen und Schülern.

Moderiert von Ute Holzhey (rbb Inforadio)

Aufgezeichnet und ausgestrahlt wird die Diskussion von rbb Inforadio.

Die Podiumsdiskussion wird am Sonntag den 20. Januar um 11:04 auf rbb Inforadio in der Sendung „Das Forum“ gesendet.

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

Mittwoch 17.1.18
19 - 21 Uhr
Lesung und Gespräch

Die Akte Glyphosat

Glyphosat ist überall: in Äckern, auf Feldern und in Flüssen. Wir essen es im Brot, trinken es im Bier und tragen es im Körper. Macht aber nichts, beruhigen die Zulassungsbehörde und Hersteller: Der Unkrautvernichter sei bestens untersucht und sicher. Stimmt nicht, widerspricht die WHO und stufte Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. Doch wie konnten die Zulassungsbehörden jahrzehntelang auf Basis derselben Tierstudien „keine Hinweise“ auf eine krebserregende Wirkung erkennen, die laut den Krebsforschern der WHO ausreichende Beweise liefern?

Auf der Suche nach Antworten begibt sich Helmut Burtscher-Schaden in diesem investigativen und spannenden Buch auf eine Reise durch die US-amerikanischen Behörden-Archive der 1970er und 80er Jahre und analysiert die verfügbaren Dokumente aus dem gegenwärtigen Europäischen Zulassungsverfahren. Die Details, die er rund um die geheimen Studien der Hersteller ans Licht bringt, eröffnen erschreckende Einblicke in die Verstrickungen zwischen Industrie, privaten Prüfinstituten und Kontrollbehörden. Sie entlarven ein System, das die Hersteller dabei unterstützt, Gefahren und Risiken ihrer Produkte herunterzuspielen. Letztendlich bleibt die Frage: Wem lassen unsere Regierungen mehr Schutz angedeihen – Konzerninteressen oder unserer Gesundheit?

Als Agrarminister Christian Schmidt im November mit seinem nicht abgestimmten „Ja“ Glyphosat zu einer neuen Zulassung für weitere fünf Jahre verholfen hat, bekam er kaum Konsequenzen zu spüren. Was aber heißt dieses „Ja“ nun für die nächsten Schritte und wie realistisch ist Ministerin Hendricks Vorschlag, nun die Verwendung in Deutschland zu verbieten?

  • Helmut Burtscher-Schaden, Autor, Biochemiker und Forscher, Initiator der Europäischen Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“
  • Harald Ebner MdB, Experte für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik Bündnis90/Die Grünen

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

Donnerstag 18.1.18
18 - 20 uhr
Diskussion

Agrarökologie – das unterschätzte Potenzial für Ernährung und Landwirtschaft Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit

Um den Hunger weltweit zu beenden und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) bis 2030 zu erreichen, bedarf es einer grundlegenden Wende der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik. Immer mehr Akteure sprechen von den Potenzialen der Agrarökologie für diesen Politikwechsel. Doch was genau ist Agrarökologie? Wie kann sie die Landwirtschaft und Ernährungssysteme in Ländern des globalen Südens transformieren? Was bedeutet dies für die Bauern und Bäuerinnen?

Bislang fristet die Agrarökologie als Alternative zur inputintensiven industriellen Landwirtschaft ein Nischendasein und wird trotz der lokal vielfach nachgewiesenen ökologischen und sozialen Potenziale von den Akteuren der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit wenig gefördert. Welches Engagement ist gefragt von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit? Wie positionieren sich relevante Akteure wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) oder die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)? Welche wichtigen politischen Prozesse gibt es derzeit und welche politischen Maßnahmen wären nötig, um Agrarökologie viel stärker als einen zentralen Baustein zur Erreichung der SDGs in den Fokus zu nehmen?

Diese Fragen diskutieren:
Key Note:
Dr. Angelika Hilbeck, ETH Zürich
Podium:
Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (angefragt); Beate Scherf, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO); Maria Heubuch, MdEP, Bündnis 90/Die Grünen; Fátima de Moura, FASE Mato Grosso, Brasilien
Moderation
: Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Portugiesisch mit Übersetzung statt.

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte