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Wir haben es satt!-Aktionstour zur Bundestagswahl 6.-9. Sept. 2017

Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 sind wir auf Aktionstour gegangen, um an drei Brennpunkten auf die fatalen Auswirkungen der Agrarpolitik unter der aktuellen Bundesregierung und Agrarminister Schmidt aufmerksam zu machen.

Die inakzeptablen Fakten: In deutschen Tierfabriken werden pro Jahr mehr als eine halbe Milliarde Hähnchen geschlachtet, die in Betrieben mit 50.000 oder mehr Tieren großgezogen werden. Hierzulande verfügen drei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe über die Hälfte der Agrarflächen und Saatgut- und Pestizidkonzerne wie Bayer und Monsanto wollen immer mehr Kontrolle über unsere Äcker und Teller.

Brennpunkt Konzernmacht

Die Bayer AG will mit Monsanto den unbeliebtesten Konzern der Welt für die Rekordsumme von 59 Milliarden Euro übernehmen. Warum? Um noch mehr Gentechnik, Ackergifte und Patente in ihr Portfolio zu integrieren und so als globaler Marktführer weltweit die Industrialisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. Würde die BaySanto-Fusion genehmigt, besäße der Megakonzern ein Viertel aller Patente auf Pflanzen und hätte über 30 % der weltweiten Marktanteile bei Saatgut und 25 % bei Pestiziden. Vor den Bayer-Werkstoren in Leverkusen sagen wir Nein zu Gentechnik, Saatgutmonopolen und Glyphosat. Wir fordern: Die nächste Bundesregierung muss der BaySanto-Fusion einen Riegel vorschieben und das Wettbewerbsrecht verschärfen, damit unser Essen weiterhin gentechnik- und patentfrei bleibt.

Brennpunkt Landraub

Landraub – in Deutschland? Ja, auch hierzulande gehören zehntausende Hektare mittlerweile Großkonzernen. Im Osten, wo seit der Wende rund 850.000 Hektar ehemaligen Staatseigentums privatisiert wurden, ist die Konzentration am stärksten. Superreiche wie Möbelfabrikant Bruno Steinhoff, Immobilienmogul Jürgen Lindhorst, Müllunternehmer Norbert Rethmann oder landwirtschaftliche Großbetriebe wie Südzucker schlucken hier am laufenden Band gigantische Flächen. Monokulturen breiten sich  immer  mehr aus und schon lange stehen die Pacht- und Kaufpreise in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag, den man mit dem Boden erwirtschaften kann. Spätestens seit die Bodenpreise in den letzten Jahren explodiert sind, haben Bäuerinnen und Bauern vielfach keinen Zugang zu Land mehr. Deswegen fordern wir effektive politische Instrumente gegen Landkonzentration und eine Reform des Grundstücksverkehrsrechts, die junge Menschen und kleine und mittlere Betriebe bevorzugt!

Brennpunkt Tierfabrik

Industrielle Tierproduktion bedeutet massenhaftes Tierleid, tonnenweise Antibiotika in der Tiermast und prekäre Arbeitsverhältnisse in Megaschlachthöfen. In Königs Wusterhausen bei Berlin will der größte deutsche Geflügelproduzent Wiesenhof 240.000 Hühner am Tag schlachten (rund 75 Millionen Tiere/Jahr). Trotz fehlender Genehmigungen wurden die Schlachtkapazitäten bereits erhöht. Hierzulande führt die Überproduktion zu immer größeren Geflügelmastanlagen und zur Belastung des Grundwassers. Im globalen Süden, etwa in Westafrika, zerstören deutsche Exporte die Lebensgrundlagen von Bäuerinnen und Bauern. Statt weiterhin die Tierfabriken der Agrarindustrie zu fördern, muss die Politik den Umbau zu besonders artgerechter Tierhaltung bei gleichzeitiger Fleischreduktion anpacken. Wir fordern bei der Demonstration zum Wiesenhof-Schlachthof am 9. September 2017: Tierfabriken dichtmachen und Bauernhöfen eine wirtschaftliche Perspektive für den Stallumbau bieten!