Wir haben es satt!

Floria, unsere Demo-Kuh

Floria, unsere diesjährige Demo-Kuh, ist eine schwarzbunte Zweinutzungsrasse und mittlerweile elfeinhalb Jahre alt. Sie ist die drittälteste Kuh in der Herde auf dem Kattendorfer Hof und wurde dort geboren. Morgens geht sie immer als Erste in den Melkstand und liefert in der Herde mit 5500 Litern pro Jahr einen guten Durchschnittsertrag an Milch. In diesem Jahr kalbte Floria zum neunten Mal und gebar Zwillinge.

Auf dem Hof unweit von Hamburg stehen fast nur alte Rinderrassen, die sowohl Milch geben als auch Fleisch liefern. Alte Nutztierrassen sind meist von besserer Konstitution, widerstandsfähiger und genügsamer. Dafür sind sie nicht auf Hochleistung gezüchtet, wie in der intensiven Milchviehhaltung, wo Kühe bis zu 12000 Liter Milch im Jahr geben. Dies führt aber auch dazu, dass die meisten Tiere aktuell nicht älter als fünf Jahre werden. Die älteste Kuh auf dem Kattendorfer Hof ist übrigens 17 Jahre alt und wird nicht geschlachtet, sondern bekommt ihr Gnadenbrot dort.

Die knapp 60 Tiere der Kattendorfer Milchkuh-Herde weiden von Mai bis Oktober auf dem Grünland des Hofs, was sich positiv auf ihre Gesundheit auswirkt. Neben dem Grünfutter erhalten die Tiere keine weitere, leistungssteigerndere Zusatzfütterung. In besonders trockenen Sommern wie 2015 wird mit betriebseigener Heulage zugefüttert. Im Winter bekommen sie Kleegrasheulage und Heu. Von den 240 Hektar des Betriebs sind die Hälfte Grünland, von dem das Futter für die Rinder  kommt. Auf der restlichen Fläche wird Getreide angebaut und das hierbei anfallende Stroh wird später als Einstreu verwendet. Diese wiederum dient später als Dünger – ein stetiger Kreislauf.

Der Kattendorfer Hof arbeitet als Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Das bedeutet, dass Privatpersonen schon vor Beginn des Erntejahrs Ernteanteile kaufen und somit den LandwirtInnen des Hofs eine sichere Kalkulation ermöglichen und Einkommen auch in schwierigen Phasen garantieren. Der Hof wird also gemeinschaftlich getragen und entgeht damit der Abhängigkeit von den Preisen des Weltmarkts. Das Modell der solidarischen Landwirtschaft breitet sich in den letzten Jahren immer stärker in und um größere Städte aus. Aktuell gibt es in Deutschland über 90 aktive SoLawi-Höfe.